An der Schwelle einer Zeitenwende: Fürstbischof Njegoš aus der Sicht deutscher Slawisten
Abstract
Der Aufsatz untersucht die unterschiedlichen wissenschaftlichen Zugänge der deutschen Slawisten Gerhard Gesemann und Alois Schmaus zu Leben und Werk des montenegrinischen Fürstbischofs und Dichters Petar II. Petrović Njegoš (1813–1851). Während Gesemann Njegoš vor allem im Kontext der patriarchalischen Sozialstruktur Montenegros und ihrer heroischen Ethik interpretiert, rückt Schmaus ihn als literarischen und philosophischen Denker in den Mittelpunkt. Der Beitrag zeichnet zunächst die biografischen Hintergründe der beiden Gelehrten nach und zeigt, wie persönliche Erfahrungen und historische Umstände ihre Annäherung an die südslawische Kultur prägten. Anschließend werden Gesemanns anthropologisch-kulturhistorische Sichtweisen sowie seine ambivalente Bewertung der montenegrinischen Herrschaftstradition dargestellt. Demgegenüber wird Schmaus’ tief gehende literarische Analyse der Werke Gorski vijenac und Luča mikrokozma herausgearbeitet, in deren Zentrum er Njegoš als tragische Persönlichkeit zwischen geistlicher und weltlicher Herrschaft, Tradition und Modernisierung verortet. Der Aufsatz zeigt, wie beide Forscher – trotz unterschiedlicher Perspektiven – wesentlich zur Rezeption Njegoš’ im deutschen Sprachraum beigetragen und dessen Bedeutung als Dichter, Philosoph und staatspolitische Figur neu kontextualisiert haben.
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