Опыт исследования тюркизмов в балканских диалектах (I)

Андрей Н. Соболев

Abstract


Die traditionelle Balkanologie konzentriert ihre Aufmerksamkeit vor allem auf die Fragen der turksprachigen Quellen, der Etymologie, der Chronologie, der phonetischen und morphologischen Anpassung, der stilistischen Wertung und der Verdrängung der Turzismen in den einzelnen Standardsprachen des Balkans. Dabei wird einerseits die Frage nach der Relevanz des turkstämmigen Sprachmaterials für die Balkansprachbundtheorie vernachlässigt, andererseits immer wieder nach einem Turzismenkorpus („einem neuen Miklosich“) gefordert, in dem dialektale Daten nicht fehlen durften, dessen Zusammenstellung aber wie vor 40 Jahren immer noch nicht in Sicht ist. Im Artikel wird das Inventar der dialektalen Turzismen aus elf repräsentativen im Forschungsprojekt „Kleiner Balkansprachatlas“ untersuchten Balkanmundarten (west- und ostsüdslavisch, nord- und südalbanisch, nordgriechisch und aromunisch) dargestellt und seine innersprachliche und sprachgeografische Distribution analysiert. Die unikalen, nur in einer Mundart vorhandenen Turzismen werden ausgelesen, die Unterschiede im Turzismeninventar der semantischen Wortfeldern entdeckt, die Frage nach der innersprachlichen Motivation der Entlehnung und ihrer Derivationsvitalität in der aufnehmenden Mundart aufgeworfen und die semantischen Amplituden der weit verbreiteten Turzismen festgestellt. Von 40 Turzismen, die in mindestens drei Balkansprachen vorkommen und die man als lexikalische Balkanismen bezeichnen kann, werden 15 auf phonetisch-morphologischen und semantischen Sprachkarten präsentiert, wodurch eine Gliederung des untersuchten Sprachareals in einen Ost-, West- und Südteil veranschaulicht wird. Zum Schluss werden einige weiteren Aufgaben der balkanistischen Lexikologie erörtert.

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