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Erinnerungen einer Generation: Vladimir Arsenijevićs Roman Cloaca Maxima als literarischer Gedächtnisträger

Nastazia Stoppenbach

Abstract


Der vorliegende Beitrag untersucht die ästhetische und literarische Aufarbeitung der Zeitgeschichte Jugoslawiens rund um den Kroatienkrieg in Vladimir Arsenijevićs Werk Cloaca Maxima. Es wurde 1994 als erster Teil einer Tetralogie in Serbien veröffentlicht und beschreibt den Alltag eines in Belgrad lebenden Ehepaares, das sich auf eine bevorstehende Elternschaft vorbereitet. Geschrieben und veröffentlicht während des Bosnienkrieges, findet die Handlung allerdings während der ereignisreichsten Monate des Kroatienkrieges mit der Schlacht um Vukovar und der Bombardierung Dubrovniks statt. So befasst sich das Werk nicht nur mit der Zeitgeschichte des ehemaligen Jugoslawiens, sondern ist auch ein Bestandteil dieser und wurde in seinen Schaffensbedingungen wesentlich von den Kriegsgeschehnissen beeinflusst. Dies zeigt sich mitunter auch daran, dass die geplante Tetralogie von Arsenijević bis heute nicht beendet wurde. Diese Umstände machen das Werk zu einem beachtenswerten Teil des kulturellen Gedächtnisses der ehemaligen Staaten Jugoslawiens und zu einem geeigneten Untersuchungsgegenstand als literarischer Gedächtnisträger. Der Beitrag beginnt mit einer Einführung in die elementaren Begriffe des Erinnerns. Dem folgt eine Darstellung von Literatur als Gedächtnisträger. Das vierte Kapitel widmet sich dem Werk selbst. Neben Informationen zu dem Autor sowie dem Inhalt wird auch ein Überblick über die literarischen Schaffensbedingungen gegeben. Abschließend wird das Werk inhaltlich analysiert und interpretiert. Betrachtet werden sowohl verwendete Stilmittel als auch die Figuren, die inhaltliche Auseinandersetzung mit den Veränderungen der Stadt und der sozialen Umgebung, aber auch die Präsenz von Liebe und Angst zu Zeiten des Krieges.


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© 2019 Zeitschrift für Balkanologie (ISSN 0044-2356) Gefördert durch DFG Harrassowitz Verlag Logo